Ein Oster-Ei aus Sachsen

14. Februar 2021: Kein Zweifel: Die mediale Aufmerksamkeit am Sonntag, der ja eigentlich als Valentinstag gedacht war, hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer ganz für sich allein. In dicken Lettern grüsste eine der Kernaussagen seines Interviews mit der Bild am Sonntag den Lesern der Zeitung entgegen: “Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben”, bezog der Landesvater des grün-weißen Freistaates eindeutig Position.

Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. Gaststätten und Hotels in Sachsen müssten über Ostern geschlossen bleiben.  Eine Rückkehr zur Normalität wie im Herbst führe dann auch zu einer Explosion der Infektionszahlen wie im November und Dezember. “Die Folge wäre ein harter Lockdown wie im Frühjahr. Das müssen wir unbedingt vermeiden”, formulierte der Sachse frank und frei.

Kanzleramtsminister Helge Braun hatte schon zwei Tage zuvor aufhorchen lassen, mit der etwas verklausulierten Ankündigung, daß man “im Sommer auch irgendwann wieder im Biergarten sitzen” könne. Der Sommer beginnt kalendarisch am 21. Juni – bis dahin, das soll wohl die Botschaft sein, müsse man sich wohl noch gedulden.

Der Vorstoß aus Sachsen überrascht auch deshalb, weil die Bund-Länder-Konferenz am 19. Januar 2021 folgenden Beschluss gefasst hatte: “Eine Arbeitsgruppe auf Ebene des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien” wird beauftragt, bis dahin (14. Februar 2021 – die Red.) ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstratege zu erarbeiten.” Im gleichen Beschlusspapier hieß es allerdings auch: “Wir müssen die Infektionszahlen jetzt wieder dauerhaft unter eine 7- Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner senken, damit wir ähnlich wie im Sommer des letzten Jahres bei niedrigem Infektionsniveau wieder Normalität zurückgewinnen können.”